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Partnerschaft - Traum oder Alptraum?

 


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Mögliche Ursachen für Probleme in der Partnerschaft.

 Die Medien werden nicht müde, ständig steigende Scheidungszahlen zu veröffentlichen, über die ebenfalls ansteigende Zahl überzeugter Singles zu berichten und wenn jeder von uns sich mal in seinem Bekanntenkreis oder gar in der eigenen Beziehung umschaut, kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis, dass gute Partnerschaften eine Seltenheit geworden sind. Es werden reichlich psychologische Thesen aufgestellt, aber selten geht man an die Wurzeln der Problematik.

Die offensichtlichste Ursache ist natürlich der Wandel in der Gesellschaft. Versorgungsehen, wie sie früher üblich waren, gibt es heute vor allem vorübergehend, solange die Kinder klein sind, aber wenige Frauen unserer westlichen Gesellschaft könnten nicht notfalls auch auf eigenen Füßen stehen.

Dazu kommt, dass wir mit den Vorgaben unserer Eltern, die wir als einzige Form der Partnerschaft kennengelernt haben, für uns nicht brauchbar, oft eher abschreckend sind und dass wir nicht mehr bereit sind, so viel Selbstbeschränkung auf uns zu nehmen, nur damit die Beziehung erhalten bleibt.

Aber auch wenn wir uns noch so bemühen, und jetzt kommen wir zu den tieferen Wurzeln, wir tragen das Verhaltensmuster unserer Eltern tief in uns. Wir haben sie übernommen, längst bevor unser Verstand selektieren konnte, sie bestimmen unser Leben und wir erkennen meist nicht, dass sie eigentlich gar nicht zu uns gehören. Sehr oft erlebe ich bei Paarberatungen, dass hier eigentlich die Eltern der Patienten agieren und nicht sie selbst.

Deshalb nützt es gar nichts, einfach aus einer Beziehung auszusteigen, sondern man muss sich erst einmal aufmachen auf die Entdeckungsreise zum eigenen Wesen und die meisten, die sich auf dieses Abenteuer einlassen, entdecken ein ganz neues "Ich", das zugeschüttet von angelernten Mustern, gesellschaftlichen Normen, religiösen Dogmen, völlig verkümmert war. Therapie ist - auch so eine Norm von früher - nicht etwas für Verrückte, es ist ein Luxus, den wir uns heute leisten können. Und Therapie muss nicht etwas Belastendes und Bedrohliches sein, es kann zu einem befreienden, lebensbejahenden Abenteuer werden.

Wir ziehen immer den Partner an, der unserer Ausstrahlung entspricht. Eigentlich weiß das jeder: Ein ewiger Nörgler wird keine optimistischen Freunde haben und bei Beziehungen läuft dasselbe ab, nur viel subtiler. Wenn die anfängliche rosarote Verliebtheitsbrille abgelegt wird, zeigt mir mein Partner wie ein Vergrößerungsspiegel meinen eigenen Schattenanteile und genau die regen mich am meisten auf. Es gibt keinen Alkoholiker ohne "Ko", keinen Täter ohne Opfer, keine Ehe, wo nur einer am Scheitern schuld ist. Den anderen zum Sündenbock zu machen ist einfach, aber die Folgen sind nicht nur für die Kinder katastrophal, sie führen auch bei uns selbst dazu, dass wir letztendlich beziehungsunfähig werden. Den Hass, den wir auf den anderen haben, zerfrißt erst mal unsere eigene Seele und vermiest uns selbst das Leben. Aber alleine kommen wir nicht an unsere Themen, das bedarf des neutralen Gegenübers, denn die viel beschriebene Eigenblindheit verhindert, im stillen Kämmerlein zur Selbsterkenntnis zu kommen.

Da wir in einer kranken Gesellschaft leben, in der Scheinbedürfnisse gepflegt, Süchte unterstützt und "Schein" mehr zählt als "Sein", haben wir im Alltag keine große Hilfe. Aber irgend wann kann der Weg jedes einzelnen dazu führen, dass die kritsche Masse erreicht wird - wie die Physik sagt -, dass sich dann das Gesellschafts-System verändert und wir unseren Kindern bessere Grundlagen mitgeben können als wir sie selbst bekommen haben und dafür lohnt sich der Weg allemal!

1/99 Bericht von Silvia Hiener, Heilpraktikerin/Stühlingen

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