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Gesund
und verführerisch:
Der "Saft" grüner Oliven
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Olivenöl ist gesund.
Dies belegt eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien. Auch im Zusammenhang
mit der sogenannten Mittelmeerdiät, welche auf der Erkenntnis basiert,
dass Arteriosklerose und Herzinfarkt in den mediterranen Ländern weniger
vorkommen als andernorts. Olivenöl enthält einen hohen Anteil an einfach
ungesättigter Fettsäure. Diese ist in der Lage den "schlechten" LDL- Cholesterinanteil
im Blut zu senken und den "guten", den HDL-Wert zu bewahren. Ausserdem
enthält es einen massgeblichen Anteil an Vitamin E, welches mit den Polyphenolen
und weiteren als Antioxidantien geltenden, pflanzlichen Stoffen im Endeffekt
dem Zellabbau entgegen wirkt. Doch über die gesundheitlichen Aspekte hinaus:
Es sind die Spitzenköche und Gourmets, die den Ruf edler Olivenöle in
aller Welt verbreiten. Sie kommen ohne die grüngoldene Würze nicht mehr
aus. Voraussetzung: Es muss ein Topprodukt sein. "Ein wirklich gutes Olivenöl
ist nicht billig. Wer es nur im Salat verwendet, hat wenig begriffen!
Vielmehr verleiht es verschiedensten Saucen Tiefe und würzt Gemüse-, Fisch-
und Fleischgerichte ebenso, wie einen raffinierten Pasta-Gang. Zudem eignet
es sich auch für Brat-, Koch- und Frittierprozesse. Seiner Verwendung
sind kaum Grenzen gesetzt. Auch weil es den Eigengeschmack edler Produkte
unterstreicht und fördert und Mittelmässiges verbessern kann." Soweit
Martin Dalsass vom Ristorante Santabbondio in Lugano. Der vom Gault Millau
zum Koch des Jahres 2000 gekürte Tessiner Gastronom hat es mit seiner
Olivenöl-Küche auch zu grossangelegten Auftritten in Singapore und in
der First Class einer grossen Fluggesellschaft gebracht. Dalsass neuste
Erfindung ist die Schokoladenmousse "OlioVerde", ein Dessert mit dunkler
Couverture und Gianfranco Becchinas Olio Verde komponiert - eine Kreation,
die selbst kritischste Testesser in Begeisterung versetzt. Finessenreiche
Olivenöle sind rar. Nur wenige Olivensorten bieten sich als geeignete
Basis an. Gross ist auch der Kostenaufwand für ihre Produktion: Die ertragsbeschränkende
Ernte noch grüner Oliven und die aufwendige Lese von Hand sind unumgänglich.
Zudem benötigt man moderne Anlagen, welche im Gegensatz zu traditioneller
Manier eine oxidationsgeschützte, schonende und saubere Kaltpressung gewährleisten.
Nur so entstehen Öle mit tiefsten Säurewerten - "Olivensäfte," die mit
fruchtigen Duft- und Geschmacksnoten begeistern. Im bauchigen Glas degustiert,
erinnern sie an frisch geschnittenes Gras, Artischocken oder grüne Bananen.
Es ist naturgegeben und mit ein Hinweis auf grünes Erntegut, wenn ein
frischgepresstes Öl im Hals noch kratzt. Im Verlauf des Jahres wird es
milder und weicher werden und an Aggressivität verlieren. Auch die chlorophylle
Farbe tendiert mit der Zeit zum Wechsel ins goldene Gelb. Ein ungefiltertes
Olivenöl bleibt vorerst für eine Weile trüb. Später setzten sich die Sedimente
am Flaschenboden ab. Diese sind völlig unbedenklich.
Autor: Mario Pawlik Quelle: Mario
Pawlik Titel: Der "Saft" grüner Oliven Erschienen: Knorr Kochmagazin Dezember
2000
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