
|
Weitere
Informationen erhalten Sie bei: |
Baum
des Jahres 2006
Baum
des Jahres 2005
Baum des Jahres 2004
Baum
des Jahres 2003
Baum
des Jahres 2002
Baum
des Jahres 2001
Baum
des Jahres 2000
Baum
des Jahres 1999 |
Folgende
Gründe sprechen aus Ansicht der Forst- und Natur-schutzexperten der Schutzgemeinschaft
Deutscher Wald e. V. für die Wahl der Silberweide zum "Baum des Jahres
1999"
Pressemitteilung
Wälder
verhindern Naturkatastrophen!
Spendenkonto |
| |
 |
| |
|
| |
"Die
Silberweide - Baum des Jahres 1999"
|
| |
|
| |
| P
r
e
s
s
e
m
i
t
t
e
i
l
u
n
g |
|
Das
"Kuratorium Baum des Jahres",
in dem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) e. V., Deutschlands
älteste Waldschutzinitiative, Mitglied ist, hat in diesem Jahr die
Silberweide (Salix alba) zum "Baum des Jahres 1999"
ausgerufen.
Die
Silberweide ist mit ihren oft mächtigen Exemplaren die namensgebende
Art der wichtigsten Pflanzengesellschaft im Überschwemmungsbereich
der großen Flüsse, dem Silberweidenwald. Den periodischen Wechsel
von Überschwemmung und Trockenheit ertragen neben der Weide nur
noch wenige weitere Baumarten (Schwarzpappel, Erle). Die Regeneration
und Neuanlagen von Weichholzauewäldern hilft die immer häufiger
vorkommenden Hochwasser einzudämmen. Die Auenwälder sind nicht nur
als Retentions-raum (Überschwemmungsbereich) der Flüsse von besonderer
Bedeutung, sondern sie verbessern auch die Grundwasserqualität.
Die Silberweide befestigt mit ihren Wurzeln die Ufer der Fließgewässer
und wirkt so der zerstörerischen Kraft des Hochwassers und des Treibeises
entgegen. Auewälder spielen für den Naturschutz eine große Rolle.
In Rheinau-gebieten kommen 400 Falter- und über 1000 Käferarten
vor. Auenwälder haben die höchste Brutvogeldichte aller mitteleuropäischen
Lebensräume.
In
den Niederungen der großen Flüsse und der kleineren Zuflüsse gibt
es nur noch Relikte ehemaliger Auewälder. In Hessen sind z.B. nur
noch zwei Prozent der Flüsse in ihrem ursprünglichen Zustand. Wenn
sie nicht überbaut wurden, befinden sich die fruchtbaren Böden der
Auewaldstandorte heute bis auf wenige Ausnahmen unter landwirtschaftlicher
Kultur. War es noch vor einigen Jahren das Ziel, das Niederschlagswasser
so schnell wie möglich abzuleiten, hat man heute die Bedeutung der
Silberweide und der Auewälder für die Zurückhaltung des Hochwassers
wiederentdeckt.
Die
Silberweide zeichnet sich durch besondere Überlebensstrategien auf
Extremstandorten aus. Sie ist sowohl Rohbodenpionier, d.h. sie wächst
auch auf vegetationsfreien Flächen, keimt innerhalb von Stunden
und hat eine sehr ausgeprägte Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung.
Auch aus kleinsten Zweigstückchen kann wieder ein Baum oder Strauch
gebildet werden. Die schnellwüchsigen Weiden bieten einer Vielzahl
von Insekten und Vogelarten einen idealen Lebensraum. Weiden gehören
zu den wichtigsten Bienen-futterpflanzen. Darüber hinaus gehören
die Weiden zu unseren schönsten Laubbäumen.
Die
SDW möchte die Ausrufung der Silberweide zum "Baum des Jahres
1999" zum Anlaß nehmen, sich für eine verstärkte Auenregeneration
und eine vermehrte Neuanlage von Auen-wäldern einzusetzen. Zu den
SDW-Projekten in Besenhausen (Niedersachsen) und Felsberg (Hessen)
hat die SDW einen "Handlungsleitfaden zur Neuanlage von Auewäldern"
herausge-geben, der gegen Voreinsendung von DM 7,00 in Briefmarken
bestellt werden kann.
Ein
vierseitiges, farbiges Informationsblatt ist gegen Voreinsendung
von 3,00 DM in Briefmarken bei der Schutzgemeinschaft Deutscher
Wald, Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn, Tel.: 0228/658462 ,Fax:
0228/656980 erhältlich. |
|
 |
|
| |
"Die
Silberweide - Baum des Jahres 1999"
|
| |
Das
"Kuratorium Baum des Jahres", in dem SDW e.V. Mitglied ist, hat
in diesem Jahr die Silberweide (Salix alba) zum "Baum des Jahres
1999" ausgerufen. |
 |
|
| |
Die
Silberweide steht für einen bedrohten Lebensraum. |
| |
Auen
schützen Mensch und Natur. Die "Regenwälder Mitteleuropas" verhindern
Überschwemmungen und sind ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und
Tiere. |
| |
Durch
das Vordringen der Siedlingsgebiete und der landwirtschaftlichen Nutzflächen
wurden die Mittel- und Unterläufe der Bäche und Flüße durch den Menschen
so stark beeinflußt, daß bundesweit nur noch wenige Prozente der Fließgewässer
im naturnahen Zustand sind. Die Silberweide ist der typische Baum der
Aue, genauer gesagt der Weichholzaue. Die Auen gehören zu den Biotopen,
die am stärksten in Europa bedroht sind. In Deutschland stehen sie sogar
auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen. Mit der Vernichtung der
Auen wird auch die Weide an ihren natürlichen Standorten immer seltener
und ihre genetische Vielfalt stark eingeschränkt.
Der
Auewald ist ein außerordentlich artenreicher Lebensraum und wohl
der artemreichste in Europa, so daß er die Bezeichnung "Regenwald
Mitteleuropas" mit vollem Recht verdient. Auewälder spielen für den
Naturschutz eine große Rolle. Auwälder und Auwiesen sind durch eine große
Vielfalt an Pflanzen (über 1000 Arten) und Tieren (z. B. über 40 Säugetier-
und 50 Fischarten, 50 Molluskenarten, über 140 Brutvogelarten usw.) gekennzeichnet.
Auewälder haben die höchste Brutvogeldichte aller mitteleuropäischen Lebensräume.
Die Feuchtgebiete spielen eine große Rolle für unsere Zugvögel. Viele
Insekten- und Vogelarten sind in ihrem Bestand bedroht und stehen auf
der Roten Liste der Arten.
Auen
bieten nicht nur Tieren und Pflanzen ein Rückzugsgebiet, sondern schützen
den Menschen vor Überschwemmungen. Die Regeneration und Neuanlagen von
Auenwäldern hilft die immer häufiger wiederkehrenden Hochwasser in
Europa einzudämmen. Überschwemmte Auenwälder bremsen die Wucht der
Fluten. Die Silberweide befestigt mit ihren Wurzeln
die Ufer der Fließgewässer und wirkt so der zerstörerischen Kraft des
Hochwassers entgegen. Auwälder verzögern das schnellen Ansteigen des Wassers,
nehmen sehr große Wassermengen wie ein Schwamm auf und können, wie 1997
im Oderbruch geschehen, Schlimmeres verhindern. Die Auenwälder sind aber
nicht nur als Überschwemmungsfläche von besonderer Bedeutung, sondern
sie verbessern auch die Grundwasserqualität, indem sie Wasserverschmutzungen
auf natürliche Weise ausfiltern. |
 |
 |
| |
Wälder
verhindern Naturkatastrophen! |
| |
Ein
Interview mit dem Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher
Wald (SDW) e.V., Bernd Krebs, zum Hochwasser in Deutschland und den katastrophalen
Überschwemmungen in Mittelamerika. |
| |
|
P
r
e
s
s
e
m
i
t
t
e
i
l
u
n
g
|
|
Flüsse
und Bäche, die zuvor selbst Anwohner kaum kannten, haben durch die
Überschwemmungen der letzten Tage einen traurigen Bekanntheitsgrad
erhalten. "Land-unter" wurde nicht nur von Mosel und Rhein
gemeldet, sondern eine Vielzahl kleinerer Flüsse war über die Ufer
getreten und bedrohten Siedlungsgebiete.
Bernd
Krebs erläutert in einem Interview die Bedeutung naturnaher Flußläufe
für die Ver-hinderung von Hochwasserkatastrophen und geht auf das
verheerenden Unwetter in Mittelamerika ein.
FRAGE:
ALLE JAHRE WIEDER UND OFFENSICHTLICH IMMER HÄUFIGER TRETEN GROSSE
SCHÄDEN DURCH HOCHWASSER AUF. WORIN SEHEN SIE DIE URSACHEN DAFÜR?
KREBS:
" Hochwasser lassen sich nicht verhindern, wohl aber Überschwemmungen
mit katastrophalen Folgen für die Anwohner. Sie sind das
Produkt des großflächigen Eingriffs des Menschen in den natürlichen
Lebensraum. In Europa wurden Flüsse und Bäche begradigt und
in ein unnatürliches Flußbett gezwängt. Das Wasser sollte schnell
abfließen und neues Land für die Besiedlung oder die Landwirtschaft
gewonnen werden. In den Niederungen der großen Flüsse und der kleineren
Zuflüsse gibt es jetzt nur noch Relikte ehemaliger Auenwälder. Zum
Beispiel in Hessen sind nur knapp zwei Prozent der Flußlandschaften
in einem natürlichen Zustand. Die Folgen dieser drastischen Verkleinerung
der natürlichen Überschwemmungsflächen bekamen wir auch letzte Woche
zu spüren.
In
Mittelamerika wurden riesige Waldflächen vernichtet um vor allem
Bananen-plantagen und Viehfarmen anzulegen. Ohne diesen Wald, der
mit seinen Wurzeln Erosion verhindert und gewaltige Wassermengen
speichern kann, kam es zu dieser Katastrophe, die über zehntausend
Menschen das Leben kostete. Plantagen können einen natürlichen
Wald weder in seiner ökologischen Funktion, noch in seiner Schutzfunktion
ersetzen. "
FRAGE:
WELCHE GEGENMAßNAHMEN SIND EINZULEITEN?
KREBS:
"Die Regeneration und Neuanlagen von Auenwäldern hilft die
immer häufiger wiederkehrenden Hochwasser in Europa einzudämmen.
Überschwemmte Auenwälder bremsen die Wucht der Fluten.
Die Silberweide, der "Baum des Jahres 1999", befestigt
z. B. mit ihren Wurzeln die Ufer der Fließgewässer und wirkt so
der zerstörerischen Kraft des Hochwassers entgegen. Auwälder verzögern
das schnellen Ansteigen des Wassers, nehmen sehr große Wassermengen
wie ein Schwamm auf und können, wie 1997 im Oderbruch geschehen,
Schlimmeres verhindern. Die Auenwälder sind aber nicht nur als Über-schwemmungsfläche
von besonderer Bedeutung, sondern sie verbessern auch die Grund-wasserqualität,
indem sie Wasserverschmutzungen auf natürliche Weise ausfiltern.
|
 |
|
|
|
|
|
| P
r
e
s
s
e
m
i
t
t
e
i
l
u
n
g
|
|
Naturbelassene
Flußläufe spielen weltweit für den Naturschutz eine sehr große Rolle.
Der Auenwald ist ein außerordentlich artenreicher Lebensraum und
verdient die Bezeichnung "Regenwald Mitteleuropas" mit
vollem Recht. Über 1000 Pflanzenarten, 50 Molluskenarten, un-gefähr
40 Säugetier- und 50 Fischarten leben in naturnahen Flüßen und deren
periodisch über-schwemmten Auen. Viele dieser Arten sind in ihrem
Bestand bedroht und stehen auf der Roten Liste.
In
Mittelamerika hat man die Landbevölkerung in Stich gelassen. Riesige
Bananen-plantagen auf gerodeten Waldflächen sind das Ergebnis zügelloser
Aktivitäten - zumeist von Großgrundbesitzern und multinationaler
Unternehmen. Erdrutsche sind dann die Folge. Aufforstungsmaßnahmen
an Berghängen sind dringend notwendig um weitere Erdrutsche zu verhindern.
Die riesigen Plantagenflächen müssen mit Waldparzellen durchsetzt
werden - die dann als Biotope miteinander vernetzt werden sollten.
Flußläufe sollten einen größeren standortgerechten Waldgürtel bekommen.
Die flußnahen Siedlungen, in denen meist sozial schlechter gestellte
Menschen leben, müssen aus dem Gefahrenbereich genommen werden."
FRAGE:
WAS FORDERT DIE SDW IN BEZUG AUF DEN AUENWALDSCHUTZ?
KREBS:
"Unsere grundsätzlichen Forderungen zur Rettung der Auewälder
und damit zum Schutz von Natur und Mensch sind:
1.
Die naturnahen Flußlandschaften müssen vor weiteren Eingriffen geschützt
werden.
2.
Hochwassergefährdete Talauen dürfen nicht mehr besiedelt werden.
3.
Begradigte oder befestigte Fluß- oder Bachabschnitte müssen renaturiert
und Weich- und Hartholzauen standortgerecht aufgeforstet werden.
Die Landwirtschaft muß auch im weiteren Bereich um die Aue extensiviert
werden. Ziel einer forstlich Entwicklung muß die Umwandlung von
standortfernen Wäldern in typische Auenwälder sein.
4.
Auf wasserbauliche Maßnahmen, die zu einer starken Beeinträchtigung
der Landschaft und des Wasserhaushaltes, insbesondere des Grundwasserstandes
führen, sollte verzichtete werden.
5.
In naturnahen oder sensiblen Flußlandschaften und in Feuchtgebieten
mit geschützten Pflanzen- und Tierarten sollte eine Besucherlenkung
erfolgen und ggf. Freizeitaktivitäten eingeschränkt werden.
6.
Eine nachhaltige und umfassende Verbesserung der Gewässergüte muß
erreicht werden. Maßnahmen zum Schutz des Ökosystems Wald gehören
auch in diesen Bereich. Viele Oberläufe von Bächen und Flüssen durchfließen
die Wälder der Alpen und Mittelgebirge. Doch die Waldböden sind
übersauert, die Folge sind Bäche mit einem unnatürlich hohen Säuregrade
in denen zum Beispiel keine Fische mehr zu finden sind. "
|
 |
|
INFO |
| |
|
Zu
den SDW-Auenwald-Projekten in Besenhausen (Niedersachsen) und Felsberg
(Hessen) hat die SDW einen "Handlungsleitfaden zur Neuanlage
von Auewäldern" herausgegeben, der gegen Voreinsendung von
DM 7,00 in Briefmarken bestellt werden kann. Ein vierseitiges, farbiges
Informationsblatt zum "Baum des Jahres" 1999, der Silberweide,
ist gegen Voreinsendung von 3,00 DM in Briefmarken bei der SDW,
Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn, Tel.: 0228/658462 ,Fax: 0228/656980,
e-mail: sgdwald@AOL.com erhältlich.
Weitere Informationen sind auch im Internet:
http://www.sdw.de/ zu finden. |
| |
|
Schutzgemeinschaft
Deutscher Wald e.V.
Pressestelle
Sabine Krömer-Butz, Dr. Burkhard Kape
Meckenheimer Allee 79
53 115 Bonn
Tel.: 0228- 65 84 62, 69 63 60, Fax: 0228 - 65 69 80
Spendenkonto: Sparkasse Bonn, Konto-Nr.
: 03 10 19 995
|
 |
|
|
|