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Wir danken für die Bereitstellung dieser Informationen, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Bundesverband e.V.

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Baum des Jahres 1999

Folgende Gründe sprechen aus Ansicht der Forst- und Natur-schutzexperten der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. für die Wahl der Silberweide zum "Baum des Jahres 1999"

 

Pressemitteilung

Wälder verhindern Naturkatastrophen!

Spendenkonto

 
 


 

"Die Silberweide - Baum des Jahres 1999"

 
Die Silberweide
 
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Das "Kuratorium Baum des Jahres", in dem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) e. V., Deutschlands älteste Waldschutzinitiative, Mitglied ist, hat in diesem Jahr die Silberweide (Salix alba) zum "Baum des Jahres 1999" ausgerufen.

Die Silberweide ist mit ihren oft mächtigen Exemplaren die namensgebende Art der wichtigsten Pflanzengesellschaft im Überschwemmungsbereich der großen Flüsse, dem Silberweidenwald. Den periodischen Wechsel von Überschwemmung und Trockenheit ertragen neben der Weide nur noch wenige weitere Baumarten (Schwarzpappel, Erle). Die Regeneration und Neuanlagen von Weichholzauewäldern hilft die immer häufiger vorkommenden Hochwasser einzudämmen. Die Auenwälder sind nicht nur als Retentions-raum (Überschwemmungsbereich) der Flüsse von besonderer Bedeutung, sondern sie verbessern auch die Grundwasserqualität. Die Silberweide befestigt mit ihren Wurzeln die Ufer der Fließgewässer und wirkt so der zerstörerischen Kraft des Hochwassers und des Treibeises entgegen. Auewälder spielen für den Naturschutz eine große Rolle. In Rheinau-gebieten kommen 400 Falter- und über 1000 Käferarten vor. Auenwälder haben die höchste Brutvogeldichte aller mitteleuropäischen Lebensräume.

In den Niederungen der großen Flüsse und der kleineren Zuflüsse gibt es nur noch Relikte ehemaliger Auewälder. In Hessen sind z.B. nur noch zwei Prozent der Flüsse in ihrem ursprünglichen Zustand. Wenn sie nicht überbaut wurden, befinden sich die fruchtbaren Böden der Auewaldstandorte heute bis auf wenige Ausnahmen unter landwirtschaftlicher Kultur. War es noch vor einigen Jahren das Ziel, das Niederschlagswasser so schnell wie möglich abzuleiten, hat man heute die Bedeutung der Silberweide und der Auewälder für die Zurückhaltung des Hochwassers wiederentdeckt.

Die Silberweide zeichnet sich durch besondere Überlebensstrategien auf Extremstandorten aus. Sie ist sowohl Rohbodenpionier, d.h. sie wächst auch auf vegetationsfreien Flächen, keimt innerhalb von Stunden und hat eine sehr ausgeprägte Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung. Auch aus kleinsten Zweigstückchen kann wieder ein Baum oder Strauch gebildet werden. Die schnellwüchsigen Weiden bieten einer Vielzahl von Insekten und Vogelarten einen idealen Lebensraum. Weiden gehören zu den wichtigsten Bienen-futterpflanzen. Darüber hinaus gehören die Weiden zu unseren schönsten Laubbäumen.

Die SDW möchte die Ausrufung der Silberweide zum "Baum des Jahres 1999" zum Anlaß nehmen, sich für eine verstärkte Auenregeneration und eine vermehrte Neuanlage von Auen-wäldern einzusetzen. Zu den SDW-Projekten in Besenhausen (Niedersachsen) und Felsberg (Hessen) hat die SDW einen "Handlungsleitfaden zur Neuanlage von Auewäldern" herausge-geben, der gegen Voreinsendung von DM 7,00 in Briefmarken bestellt werden kann.

Ein vierseitiges, farbiges Informationsblatt ist gegen Voreinsendung von 3,00 DM in Briefmarken bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn, Tel.: 0228/658462 ,Fax: 0228/656980 erhältlich.

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"Die Silberweide - Baum des Jahres 1999"

  Das "Kuratorium Baum des Jahres", in dem SDW e.V. Mitglied ist, hat in diesem Jahr die Silberweide (Salix alba) zum "Baum des Jahres 1999" ausgerufen.
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  Die Silberweide steht für einen bedrohten Lebensraum.
  Auen schützen Mensch und Natur. Die "Regenwälder Mitteleuropas" verhindern Überschwemmungen und sind ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
 

Durch das Vordringen der Siedlingsgebiete und der landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden die Mittel- und Unterläufe der Bäche und Flüße durch den Menschen so stark beeinflußt, daß bundesweit nur noch wenige Prozente der Fließgewässer im naturnahen Zustand sind. Die Silberweide ist der typische Baum der Aue, genauer gesagt der Weichholzaue. Die Auen gehören zu den Biotopen, die am stärksten in Europa bedroht sind. In Deutschland stehen sie sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen. Mit der Vernichtung der Auen wird auch die Weide an ihren natürlichen Standorten immer seltener und ihre genetische Vielfalt stark eingeschränkt.

Der Auewald ist ein außerordentlich artenreicher Lebensraum und wohl der artemreichste in Europa, so daß er die Bezeichnung "Regenwald Mitteleuropas" mit vollem Recht verdient. Auewälder spielen für den Naturschutz eine große Rolle. Auwälder und Auwiesen sind durch eine große Vielfalt an Pflanzen (über 1000 Arten) und Tieren (z. B. über 40 Säugetier- und 50 Fischarten, 50 Molluskenarten, über 140 Brutvogelarten usw.) gekennzeichnet. Auewälder haben die höchste Brutvogeldichte aller mitteleuropäischen Lebensräume. Die Feuchtgebiete spielen eine große Rolle für unsere Zugvögel. Viele Insekten- und Vogelarten sind in ihrem Bestand bedroht und stehen auf der Roten Liste der Arten.

Auen bieten nicht nur Tieren und Pflanzen ein Rückzugsgebiet, sondern schützen den Menschen vor Überschwemmungen. Die Regeneration und Neuanlagen von Auenwäldern hilft die immer häufiger wiederkehrenden Hochwasser in Europa einzudämmen. Überschwemmte Auenwälder bremsen die Wucht der Fluten. Die Silberweide befestigt mit ihren Wurzeln die Ufer der Fließgewässer und wirkt so der zerstörerischen Kraft des Hochwassers entgegen. Auwälder verzögern das schnellen Ansteigen des Wassers, nehmen sehr große Wassermengen wie ein Schwamm auf und können, wie 1997 im Oderbruch geschehen, Schlimmeres verhindern. Die Auenwälder sind aber nicht nur als Überschwemmungsfläche von besonderer Bedeutung, sondern sie verbessern auch die Grundwasserqualität, indem sie Wasserverschmutzungen auf natürliche Weise ausfiltern.

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Wälder verhindern Naturkatastrophen!

 

Ein Interview mit dem Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) e.V., Bernd Krebs, zum Hochwasser in Deutschland und den katastrophalen Überschwemmungen in Mittelamerika.

 

 

 

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Flüsse und Bäche, die zuvor selbst Anwohner kaum kannten, haben durch die Überschwemmungen der letzten Tage einen traurigen Bekanntheitsgrad erhalten. "Land-unter" wurde nicht nur von Mosel und Rhein gemeldet, sondern eine Vielzahl kleinerer Flüsse war über die Ufer getreten und bedrohten Siedlungsgebiete.

Bernd Krebs erläutert in einem Interview die Bedeutung naturnaher Flußläufe für die Ver-hinderung von Hochwasserkatastrophen und geht auf das verheerenden Unwetter in Mittelamerika ein.

FRAGE: ALLE JAHRE WIEDER UND OFFENSICHTLICH IMMER HÄUFIGER TRETEN GROSSE SCHÄDEN DURCH HOCHWASSER AUF. WORIN SEHEN SIE DIE URSACHEN DAFÜR?

KREBS: " Hochwasser lassen sich nicht verhindern, wohl aber Überschwemmungen mit katastrophalen Folgen für die Anwohner. Sie sind das Produkt des großflächigen Eingriffs des Menschen in den natürlichen Lebensraum. In Europa wurden Flüsse und Bäche begradigt und in ein unnatürliches Flußbett gezwängt. Das Wasser sollte schnell abfließen und neues Land für die Besiedlung oder die Landwirtschaft gewonnen werden. In den Niederungen der großen Flüsse und der kleineren Zuflüsse gibt es jetzt nur noch Relikte ehemaliger Auenwälder. Zum Beispiel in Hessen sind nur knapp zwei Prozent der Flußlandschaften in einem natürlichen Zustand. Die Folgen dieser drastischen Verkleinerung der natürlichen Überschwemmungsflächen bekamen wir auch letzte Woche zu spüren.

In Mittelamerika wurden riesige Waldflächen vernichtet um vor allem Bananen-plantagen und Viehfarmen anzulegen. Ohne diesen Wald, der mit seinen Wurzeln Erosion verhindert und gewaltige Wassermengen speichern kann, kam es zu dieser Katastrophe, die über zehntausend Menschen das Leben kostete. Plantagen können einen natürlichen Wald weder in seiner ökologischen Funktion, noch in seiner Schutzfunktion ersetzen. "

FRAGE: WELCHE GEGENMAßNAHMEN SIND EINZULEITEN?

KREBS: "Die Regeneration und Neuanlagen von Auenwäldern hilft die immer häufiger wiederkehrenden Hochwasser in Europa einzudämmen. Überschwemmte Auenwälder bremsen die Wucht der Fluten. Die Silberweide, der "Baum des Jahres 1999", befestigt z. B. mit ihren Wurzeln die Ufer der Fließgewässer und wirkt so der zerstörerischen Kraft des Hochwassers entgegen. Auwälder verzögern das schnellen Ansteigen des Wassers, nehmen sehr große Wassermengen wie ein Schwamm auf und können, wie 1997 im Oderbruch geschehen, Schlimmeres verhindern. Die Auenwälder sind aber nicht nur als Über-schwemmungsfläche von besonderer Bedeutung, sondern sie verbessern auch die Grund-wasserqualität, indem sie Wasserverschmutzungen auf natürliche Weise ausfiltern.

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Naturbelassene Flußläufe spielen weltweit für den Naturschutz eine sehr große Rolle. Der Auenwald ist ein außerordentlich artenreicher Lebensraum und verdient die Bezeichnung "Regenwald Mitteleuropas" mit vollem Recht. Über 1000 Pflanzenarten, 50 Molluskenarten, un-gefähr 40 Säugetier- und 50 Fischarten leben in naturnahen Flüßen und deren periodisch über-schwemmten Auen. Viele dieser Arten sind in ihrem Bestand bedroht und stehen auf der Roten Liste.

In Mittelamerika hat man die Landbevölkerung in Stich gelassen. Riesige Bananen-plantagen auf gerodeten Waldflächen sind das Ergebnis zügelloser Aktivitäten - zumeist von Großgrundbesitzern und multinationaler Unternehmen. Erdrutsche sind dann die Folge. Aufforstungsmaßnahmen an Berghängen sind dringend notwendig um weitere Erdrutsche zu verhindern. Die riesigen Plantagenflächen müssen mit Waldparzellen durchsetzt werden - die dann als Biotope miteinander vernetzt werden sollten. Flußläufe sollten einen größeren standortgerechten Waldgürtel bekommen. Die flußnahen Siedlungen, in denen meist sozial schlechter gestellte Menschen leben, müssen aus dem Gefahrenbereich genommen werden."

FRAGE: WAS FORDERT DIE SDW IN BEZUG AUF DEN AUENWALDSCHUTZ?

KREBS: "Unsere grundsätzlichen Forderungen zur Rettung der Auewälder und damit zum Schutz von Natur und Mensch sind:

1. Die naturnahen Flußlandschaften müssen vor weiteren Eingriffen geschützt werden.

2. Hochwassergefährdete Talauen dürfen nicht mehr besiedelt werden.

3. Begradigte oder befestigte Fluß- oder Bachabschnitte müssen renaturiert und Weich- und Hartholzauen standortgerecht aufgeforstet werden. Die Landwirtschaft muß auch im weiteren Bereich um die Aue extensiviert werden. Ziel einer forstlich Entwicklung muß die Umwandlung von standortfernen Wäldern in typische Auenwälder sein.

4. Auf wasserbauliche Maßnahmen, die zu einer starken Beeinträchtigung der Landschaft und des Wasserhaushaltes, insbesondere des Grundwasserstandes führen, sollte verzichtete werden.

5. In naturnahen oder sensiblen Flußlandschaften und in Feuchtgebieten mit geschützten Pflanzen- und Tierarten sollte eine Besucherlenkung erfolgen und ggf. Freizeitaktivitäten eingeschränkt werden.

6. Eine nachhaltige und umfassende Verbesserung der Gewässergüte muß erreicht werden. Maßnahmen zum Schutz des Ökosystems Wald gehören auch in diesen Bereich. Viele Oberläufe von Bächen und Flüssen durchfließen die Wälder der Alpen und Mittelgebirge. Doch die Waldböden sind übersauert, die Folge sind Bäche mit einem unnatürlich hohen Säuregrade in denen zum Beispiel keine Fische mehr zu finden sind. "

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Zu den SDW-Auenwald-Projekten in Besenhausen (Niedersachsen) und Felsberg (Hessen) hat die SDW einen "Handlungsleitfaden zur Neuanlage von Auewäldern" herausgegeben, der gegen Voreinsendung von DM 7,00 in Briefmarken bestellt werden kann. Ein vierseitiges, farbiges Informationsblatt zum "Baum des Jahres" 1999, der Silberweide, ist gegen Voreinsendung von 3,00 DM in Briefmarken bei der SDW, Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn, Tel.: 0228/658462 ,Fax: 0228/656980, e-mail: sgdwald@AOL.com erhältlich. Weitere Informationen sind auch im Internet: http://www.sdw.de/ zu finden.

 

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.
Pressestelle
Sabine Krömer-Butz, Dr. Burkhard Kape
Meckenheimer Allee 79
53 115 Bonn

Tel.: 0228- 65 84 62, 69 63 60, Fax: 0228 - 65 69 80

Spendenkonto: Sparkasse Bonn, Konto-Nr. : 03 10 19 995

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